Nachts auf dem Rad passiert etwas Seltsames, wir würden sagen etwas Magisches: Die Welt wird kleiner. Viel kleiner. So klein wie der Lichtkegel deiner Lampe. Alles andere verschwindet: die Landschaft, der Horizont, alles eingenommen von der Finsternis. Es gibt nur noch das Rauschen deiner Reifen auf dem Schotter, deinen Atem, vielleicht die Stimme eines Podcasts in deinem Ohr.
Aber warum?! Warum sollte ich mir das antun? Weil eine Nachtfahrt eine ganz besondere Erfahrung ist.

Alles wird langsamer, aber fühlt sich schneller an. Deine Sinne werden geschärft. Jedes Geräusch hat plötzlich Bedeutung. Ein Ast, ein Tier im Unterholz, der Wind. Tagsüber fährst du durch die Landschaft. Nachts fährst du in dich rein.
Und ja — es fühlt sich erstmal falsch an. Alles in dir sagt: Du solltest jetzt nicht auf einem Fahrrad sitzen. Du solltest schlafen. Fahrradfahren ist was für tagsüber. Nachts fährt man nicht Fahrrad.

Irgendwann kippt es. Du merkst es nicht sofort, aber die Anspannung vom Anfang ist weg. Die Dunkelheit ist nicht mehr fremd, sondern normal. Du findest einen Rhythmus, die Zeit vergeht auf einmal ganz schnell. Allgemein wirst du merken, dass Zeit nachts anders vergeht als wenn es hell ist. Und wenn dann die ersten Vögel anfangen zu singen und die Sonne am Horizont erscheint, hast du eine ganze Nacht auf dem Rad verbracht.

Nachtfahren gehört zum Ultra dazu. Aber beim Ultra kommt es zu all den anderen Herausforderungen und ersten Malen on top dazu. Wenn dir eigentlich schon alles ein bisschen zu sehr wehtut, die Augen schon schwer sind, dann musst du auch noch noch durch die Nacht. Deshalb haben wir die Night Shift gebaut: das Erlebnis Nachtfahrt, isoliert und für sich. Freitagabend los, Samstagmorgen zurück. Mit frischen Beinen und ausgeschlafen 250 Kilometer durch die Nacht. Ein besonderes Erlebnis, versprochen.
Bis zum nächsten Mal.
Rasmus, Jasper, David und Jan